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SachsenTip
  Barockgarten Großsedlitz

Stand: 29. Oktober 2000

Wohl kaum ein Garten hat sich bis zum heutigen Tag seine barocke Grundstruktur so erhalten wie der Barockgarten in Großsedlitz. Graf Wackerbarth hatte das Gelände im Jahre 1719 erworben und sich die Aufgabe gestellt, den Flecken Erde zu beherrschen. Damit lag er voll im Trend der damaligen Zeit, denn barocke Pracht und die Regierungsform des Absolutismus prägten auch die Gartenkunst. Barockgarten Großsedlitz
So wie die höfische Gesellschaft ihren Platz hatte, so sollte auch jedes Blatt und jede Blume nach einem exakten Plan wachsen. Und weil solch ein Projekt viel Geld kostete, wurde die Idee geboren, das große Vorhaben über den Spargelanbau zu finanzieren. Daraus wurde leider nichts, und der fast bankrotte Graf verkaufte August dem Starken die Schloß- und Gartenanlage für 100.000 Taler. Doch auch dieser mußte vor den Geldproblemen, welche das umfangreiche Projekt mit sich brachte, kapitulieren. So blieben der Garten und die Schloßanlage unvollendet. Die genialen Pläne berühmter Baumeister wie Pöppelmann, Longuelune und Knöfel wurden nur teilweise verwirklicht. Im Jahre 1732 wurden in Großsedlitz die Baumaßnahmen eingestellt.
Barockgarten Großsedlitz Ursprünglich sollte der Garten im Endstadium 96 Hektar gestaltete Fläche umfassen, doch es blieb bei 12 Hektar. Trotzdem wurde in der Folgezeit das Gelände für glanzvolle Feste genutzt. Während des Siebenjährigen Krieges und des Napoleon-Feldzuges wurden Teile des Gartens zerstört. Erst König Friedrich August II. ordnete die Ergänzung und Restaurierung der Sandsteinfiguren an. Einige Jahre später erfolgte dann der Umbau der Unteren Orangerie. Ende der 20er Jahre des 19. Jahrhunderts werden die Arbeiten fortgesetzt.
Bis heute vermittelt das Fleckchen Erde noch die leichte Atmosphäre einer galanten Epoche, in der die Adligen ständig in Geldnot waren, weil sie über ihre Verhältnisse lebten. Der Besucher ist fasziniert von in Stein gehauenen Liebespaaren und niedlichen Putten, die schon vor drei Jahrhunderten die höfische Gesellschaft erfreuten. Apollo und Daphne, Eros und Psyche und ihre Gefährten säumen die schattigen Wege und vermitteln ein wenig antike Sagenwelt. Besondere Kostbarkeiten sind die Sandsteinskulpturen, Originale aus der Permoser-Schule. Heute finden in den Sommermonaten im Barockgarten Freiluftkonzerte statt. Äußerst attraktiv präsentiert sich die Bepflanzung in der warmen Jahreszeit nach historischem Vorbild.
Öffnungszeiten:
April bis September
Täglich 7.00 – 20.00 Uhr
Oktober bis März
Täglich 8.00 – 18.00 Uhr
Anschrift:
Barockgarten Grossedlitz
Parkstraße 85
01809 Heidenau
Telefon: (0 35 29) 51 92 12
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