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SachsenTip
  Der Dresdner Stallhof

Stand: 29. Oktober 2000

Das sächsische Elbflorenz hat nicht nur aus der Epoche des Barock zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. So ist beispielsweise eines der interessantesten Gebäude aus der Renaissance der "Kurfürstliche Reissige Stall" mit dem Stallhof und dem Langen Gang. Er befindet sich im Anschluß an den Georgenbau des Schlosses. Errichtet wurden Stallgebäude und Stallhof von 1586 bis 1591 als Mittelpunkt ritterlicher Spiele und Schauturniere. Teilnehmer und Zuschauer kamen nicht nur aus Sachsen. Der lange Saal des Obergeschosses des Langen Ganges diente als Ahnengalerie der Wettiner und von 1731 bis 1945 als Gewehrgalerie. Erhalten blieben allerdings bis heute nur die 1601 gegossenen Bronzesäulen für das Ringelstechen.

Kein Geringerer als der Baumeister Johann Christoph Knöfel leitete dann Mitte des 18. Jahrhunderts des Umbau des Stallgebäudes zur Gemäldegalerie, weil König August III. umfangreiche Bilderankäufe getätigt hatte. Im 19. Jahrhundert wurde die Galerie erneut umgebaut und in Johanneum umbenannt. Doch die Bombennacht von Dresden verschonte auch dieses Kulturgut nicht. Nur dem jahrelangen Wiederaufbau ist es zu verdanken, daß sich heute der Stallhof, der seit 1993 zum Schloßbetrieb "Staatliche Schlösser und Gärten Dresden" gehört, in einem guten Zustand den Besuchern präsentiert.

Anziehungspunkt ist heute der sogenannte Fürstenzug, welcher sich an der Außenseite des Langen Ganges am Stallhof befindet. Der Schöpfer des 102 Meter langen Gemäldes ist der im erzgebirgischen Cämmerswalde geborene Adolf Wilhelm Walther, der später als Professor erfolgreich an der Dresdner Kunstakademie wirkte. Und weil in dem rauhen und feuchten Klima der Elbestadt alle malerischen Kunstwerke an Außenwänden schon nach wenigen Jahrzehnten dem Untergang geweiht waren, so blieb auch der "Fürstenzug" nicht von diesem Schicksal verschont. So wurde schließlich das gesamte Gemälde an der Front des Langen Ganges im Jahre 1907 durch 2.400 original gebrannte Meißner Porzellankacheln ersetzt. Diese zeigen genau wie vorher das Gemälde 35 charaktervolle Porträts von wettinischen Fürsten. Als Glücksumstand erwies sich übrigens die Tatsache, daß Maler und Auftraggeber des Werkes jede Kachel doppelt fertigen ließen. So konnten die im Krieg zersprungenen und geschwärzten Exemplare durch neue ersetzt werden. 

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