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SachsenTip
  Kloster Nimbschen

Stand: 29. Oktober 2000

Wen es in Leipziger Land, und ganz speziell in die Grimmaer Region, verschlägt, der kommt am einstigen Nonnenkloster der Zisterzienserinnen in Nimbschen nicht vorbei. Bereits im Jahre 1251, als die ersten Zisterzienser aus Torgau nach Grimma kamen, begann die Geschichte des Klosters. 1264 wurde als erstes Gebäude die Klosterkirche geweiht. Heute sind allerdings nur noch ihre Fundamente erhalten geblieben. Aus dem Jahre 1277 ist der Name "Marienthron" für das Nonnenkloster überliefert. Die wettinische Gründerfamilie stattete das Kloster reich mit Landbesitz aus. Im Jahre 1500 lebten in den Gemäuern mehr als 40 Nonnen mit einigen Laienschwestern, deren offizielle Vertreter der Abt von Pforta war. Als bekannteste Insassin des Klosters ging Katharina von Bora, die am 29.1.1499 in Lippendorf/Borna geboren wurde, in die Geschichte ein. So erinnert heute eine Gedenktafel an diese Frau, welche fast 15 Jahre im Kloster wohnte, bevor sie in der Osternacht des Jahres 1523 mit acht weiteren Nonnen von dort floh. Zwei Jahre später heiratete sie in Wittenberg den Reformator Dr. Martin Luther. Katharina von Bora starb am 20.12.1552 in Torgau.

Die erste Visitation des Klosters erfolgte im Jahre 1529. Danach wurde auch anderen Nonnen offiziell gestattet, das Kloster zu verlassen. Nach dem Tode der letzten Äbtissin 1536 wurde die Klosterwirtschaft aufgelöst und verpachtet. Sämtliche Einkünfte des Klostergutes fielen 1550 der neu gegründeten Landesschule zu. In Laufe der Zeit verfielen die Gebäude und wurden teilweise abgetragen. Aus dem erhaltenen Küchentrakt mit dem darüber befindlichen Schlafsaal wurde eine Scheune mit Stall. Beim Neubau des Wirtschaftsgebäudes des ehemaligen Klostergutes 1810 kamen letztmalig Bausteine aus der ehemaligen Klosteranlage zum Einsatz. Die Mauer der inneren Klausur ist heute noch erkennbar, davor verlief der Mühlengraben der Kloster Klostermühle. Als der verschüttete Brunnen wieder ausgegraben wurde, kam wertvolles Fundmaterial zum Vorschein. Anläßlich des 400. Geburtstages des Reformators im Jahre 1883, wurde die Luthereiche gepflanzt.

Altes und Neues zu verbinden, touristische Attraktionen rund um das Klostergut Nimbschen zu schaffen, ist das Anliegen eines Projektteams, das hier bereits seine Zelte aufgeschlagen hat. Nach dem Motto: "Erholen und Erleben" sollen hier Ferienwohnungen, Hotel- und Sportanlagen, eine Reitanlage und so manches mehr entstehen. Auch ein Fahrradverleih hat sich bereits etabliert, so daß der Muldental-Radwanderweg bezwungen werden kann. Auch Kremserfahrten sind möglich.

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