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SachsenTip
  Wolkenburg

Stand: 25. Oktober 2000

Blick in den Burghof Am Eingangstor zum "Sächsischen Burgenland" thront auf einem Bergvorsprung die Wolkenburg. Der kleine Ort, der 1241 erstmalig erwähnt wurde, nimmt eine beachtliche Stellung in der Kunst- und Kulturgeschichte Sachsens ein. Seit 1635 befand sich das Schloß, das aus einer Burganlage hervorging, im Familienbesitz derer von Einsiedel. Besonders erwähnenswert sind die Eisenkunstgußplastiken, welche Detlef Graf von Einsiedel zum Ende des 18. Jahrhunderts fertigen ließ. Als der Graf im Jahre 1776 die Eisenhütte zu Lauchhammer erbte, entstanden meist nach antiken Vorbildern diese Plastiken.
Übrigens umgibt eine der ältesten Parkanlagen des Zwickauer Muldentals das Schloß. Diese historisch wertvolle Bausubstanz inmitten eines landschaftlich reizvollen Terrains soll nicht völlig dem Verfall preisgegeben werden. Deshalb etablierte sich vor einiger Zeit ein Förderverein, der das Schloß wieder kulturell nutzbar machen möchte. So wurden bereit erste Aktivitäten in bezug auf Ausstellungen entwickelt. Zur Kirche
Eingangsbereich zur Burg Der kleine Ort verfügt außerdem über ein weiteres beeindruckendes Bauwerk, das in den Jahren 1794-1804 nach Plänen des Dresdner Hofbaumeisters Giesel errichtet wurde. Im altgriechischen Tempelstil erbaut, mit ihren gewaltigen Portalen, stilreinen Raumdispositionen und kunstvollen Plastiken ist die Sankt Mauritius Kirche zu Wolkenburg das schönste Werk des Klassizismus in Sachsen. Die gesamte Kirche ist auf Felsen gebaut, und die Steine wurden an Ort und Stelle gebrochen. Das Bauwerk verfügt außen an der Süd- und Nordseite über zwei monumentale Giebelreliefs, die von dem Berliner Künstler Daniel Christian Rauch ebenfalls aus Lauchhammerguß modelliert wurden. Dargestellt sind die Schlange in der Wüste und Christi Auferstehung.
Bemerkenswert im Inneren der Kirche ist das große Wandgemälde, das sich in der Taufkapelle befindet. Dabei handelt es sich um eine Darstellung nach dem Spruch: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Ursprünglich wurde das Gemälde von Goethes Zeichenlehrer Adam Friedrich Oeser begonnen, seine Vollendung erfuhr es jedoch erst durch Julius Schnorr von Carolsfeld und Adolph Menzel. Eine einfache Gedenktafel erinnert im Kirchenschiff an den impressionistischen Maler Fritz von Uhde, der am 22. Mai 1848 in Wolkenburg geboren wurde und zu den Mitbegründern der deutschen Freilichtmalerei zählt. Büste des Stifters Detlev Carl von Einsiedel
Vor der großen Freitreppe befindet sich auf einem Sandsteinsockel die Büste ihres Stifters Detlev Carl von Einsiedel, der nicht nur als kunstsinniger Staatsmann in die Geschichte einging, sondern auch sehr um den sozialen Aufstieg seines Landes bemüht war. So verdankt ihm Sachsen beispielsweise auch die erste Dampfmaschine und Deutschland die Einfuhr der Merinoschafe. So legte der Graf von Einsiedel 1799/1800 die erste Schafwoll-Maschinenspinnerei Sachsens an.
In den letzten Jahren erfuhr die Kirche übrigens umfassende Sanierungen, die zwar noch nicht abgeschlossen sind, doch seit einigen Jahren steht das klassizistische Gebäude in den Sommermonaten wieder für Gottesdienste zur Verfügung. Die Pflasterung des Kirchenvorplatzes und der Einbau einer elektrischen Bankheizung geht auf die Zeit nach der Wende zurück. 
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