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SachsenTip
  Der Dresdner Zwinger

Stand: 29. Oktober 2000

Der Dresdner Zwinger ist nicht nur für inländische Besucher ein Begriff, ein japanischer Milliardär soll sogar auf den Gedanken gekommen sein, daß er sich in seiner Heimat Teile des Zwingers nach Originalplänen imitieren ließ. Ganz sicher sind die Meinungen darüber geteilt, doch wie dem auch sei, eine Besichtigung des Originals in der sächsischen Landeshauptstadt ist auf jeden Fall mehr zu empfehlen.

Ursprünglich sollte der Zwinger eine Orangerie, zu gut deutsch ein Glashaus für die Überwinterung exotischer Pflanzen werden. Den Auftrag dafür erhielt an Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann im Jahre 1710. Doch es kam ganz anders. Das Bauwerk erwies sich als viel zu schade, um nur der Funktion eines Gewächshauses gerecht zu werden. So entstanden Wallpavillon, Mathematisch-Physikalischer Salon, Französischer Pavillon mit Bogengalerien und Nymphenbad. Hinzu kam bald ein barocker Garten im französischen Stil, und die Orangerie wurde durch Langgalerien und einen bekrönenden mittleren Torbau, das Kronentor auf der Festungsmauer, erweitert. Gegen Anfang des 18. Jahrhunderts wurden dann die wertvollsten Dresdner Sammlungen im Zwinger untergebracht. Sämtlicher Figurenschmuck wurde übrigens vom Bildhauer Balthasar Permoser gestaltet. Mathematisch-Physikalischer Salon, Gemäldegalerie und ein Biedermeiergarten im Außenbereich des Zwingers vervollständigten das Ensemble.

Doch auch das einmalige Bauwerk blieb von Schicksalsschlägen nicht verschont. Der siebenjährige Krieg hinterließ tiefe Spuren, Anlagen und Gebäude wurden stark beschädigt, und die preußische Besatzungsarmee schonte die herrlichen Grünanlagen nicht. Später dann zog ein Brand am einstigen Opernhaus auch Gebäude des Zwingers in Mitleidenschaft. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten dann erste Restaurierungsversuche, und die Sicherung der Bauten dauerte fast 20 Jahre. Nachdem der Zwinger auch wieder kulturell genutzt wurde, erfolgte am 13. Februar 1945 die totale Zerstörung durch Bombenangriffe. Fast 2 Jahrzehnte dauerte der Wiederaufbau, dann endlich konnte Dresdens einzigartiges Bauwerk wieder für Begegnungen mit den schönen Künsten genutzt werden.

Seit 1991 ist für die andauernden Restaurierungsarbeiten wieder eine Bauhütte verantwortlich, die vor Ort eingerichtet wurde. Im Jahre 1992 wurde auch die sanierte Gemäldegalerie "Alte Meister" wieder eröffnet. Seit 1993 ist der Zwinger Teil des neugegründeten Schloßbetriebes "Staatliche Schlösser und Gärten Dresden". In- und ausländische Besucher haben zu jeder Zeit Gelegenheit, auf den Spuren bedeutender Bau- und Kunsthandwerker des Barock zu wandeln. Zwar werden noch einige Zeit Restaurierungsarbeiten die Szene beherrschen, doch die Dresdner Musikfestspiele haben allemal Bestand.

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