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SachsenTip
  Feuerwehrmuseum in Grethen

Stand: 29. Oktober 2000

Nur wenige Kilometer von Grimma entfernt, in der etwa 500 Einwohner zählenden Gemeinde Grethen, befindet sich seit 1984 ein bedeutendes Feuerwehrmuseum. Es ist zwar nicht das einziger dieser Art in Deutschland, wohl aber das größte und attraktivste im Freistaat Sachsen. Sein Träger ist der Feuerwehr-Verband e.V. Grethen und untergebracht ist es im Gerätehaus der Feuerwehr. Seit 25 Jahren trägt Wehrleiter und Museumschef Gerd Winkler alles zusammen, was Auskunft über die Brandbekämpfung und die zahlreichen Aufgaben der Feuerwehr in vergangener Zeit geben kann. Inzwischen verfügt das Museum über mehr als 1000 Exponate aus 29 Ländern.

Bemerkenswert ist eine Sammlung von Löscheimern. Noch vor Jahrhunderten mußte jedes Haus einen solchen besitzen. Sie waren aus Leinewand oder Leder gearbeitet, und es gab auch Exemplare, die aus Stroh geflochten waren. Zu sehen ist auch ein alter Feuerwehrschlauch, dessen geistiger Vater der holländische Maler Jan van der Heyde war, und die erste Rauchmaske, erfunden von Stadtphysikus Glaser aus Jena. Und weil im Jahre 1841 in Meißen die erste Feuerwehr Deutschlands gegründet wurde, sind natürlich jede Menge Utensilien aus jener Anfangszeit zu besichtigen. Auch von der ersten Feuerwehrzeitung, die 1868 in Deutschland erschien, sind noch einige Exemplare vorhanden. Blickfang im musealen Bodenraum ist ein Diorama mit lebensgroßen Puppen, die so, wie es um 1920 üblich war, einen Brand bekämpfen. Sogar ein Mützenemblem, wie es von der Privatfeuerwehr des Papstes getragen wird, ist vorhanden. Mützen und Uniformen aus verschiedenen Ländern komplettiert die Sammlung.

Die unteren Museumsräume dagegen sind den schwergewichtigeren Ausstellungsstücken vorbehalten. Eine besondere Rarität ist unter anderem die königlich-sächsische Schloßspritze von 1795 aus dem Museum Colditz. Blickfang ist des weiteren eine Dampfspritze aus dem Jahre 1910, eine Leihgabe des Städtischen Museums Dresden. Und ein Daimler-Benz, Baujahr 1939, wird auch die Freunde historischer Kraftfahrzeuge begeistern. Selbst über Ländergrenzen hinweg hat es sich schon herumgesprochen, was für Schätze das Grethener Museum birgt. So sind auch ausländische Besucher nicht selten. Gerd Winkler bleibt seiner Sammlerleidenschaft weiter treu und spürt gemeinsam mit seinen Kameraden so manches auf, was den Museumsfundus bereichert. Jedes Jahr im Frühling, zu der Zeit, wenn eine Storchenfamilie wieder in Grethen Einzug halten, findet übrigens auf dem Gelände des Museums ein zünftiges Fest statt. Und weil Störche seit Jahrzehnten schon zur Gemeinde gehören und außerdem sehr geradlinige Tiere sind, haben die Feuerwehrleute kurzerhand den Storch zu ihrem Symbol erklärt. Er ziert auch die Ärmelwappen der Uniformen.

Öffnungszeiten:
April - September
an jedem Samstag ab 14 Uhr Täglich
Anschrift:
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