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SachsenTip
  Haus "Energie" in Großbothen

Stand: 29. Oktober 2000

Über den einzigen Nobelpreisträger Sachsens

Der kleine Ort Großbothen, der sich nur wenige Kilometer von Nimbschen entfernt befindet, hat auf den ersten Blick nicht viel zu bieten. Insider aber wissen, daß hier eines Mannes gedacht wird, der als einziger Nobelpreisträger Sachsens Geschichte schreibt. Dort, wo sich heute das "Wilhelm-Ostwald-Archiv und die Begegnungsstätte" befinden, lebte der große Wissenschaftler bis zu seinem Tode am 4. April 1932. 1887 war er aus Riga an die Universität in Leipzig als Professor für physikalische Chemie berufen wurden. 1901 erwarb er das Grundstück in Großbothen, wo er sich verstärkt naturphilosophischen und wissenschafts-organisatorischen Fragen zuwandte. In Verwirklichung seines energetischen Imperativs: "Vergeude keine Energie - verwerte sie" beschäftigte er sich mit wissenschaftlicher Weltanschauung, Bildungsfragen, einer Weltsprache, internationaler Forschungskoordinierung und -organisation und weiteren sozial-kulturellen Aufgabenstellungen.

Nach 1906 wirkte Ostwald als freier Wissenschaftler. Er erhielt 1909 für seine Arbeiten über Katalyse den Nobelpreis. Die damit verbundene finanzielle Zuweisung wurde vollständig in weitere Forschungen investiert. Er befaßte sich nach 1914 mit Problemen der Psychophysik und entwickelte eine in sich geschlossene Lehre der Körperfarben. Als Ausgleich zur exakten Wissenschaft diente ihm die Beschäftigung mit Musik und Malerei. Nach seinem Tode verwaltete die älteste Tochter Grete sein Hab und Gut, das schließlich 1953 als Schenkung an die Akademie der Wissenschaften zu Berlin ging. Seit Dezember 1994 ist der Landsitz Eigentum des Freistaates Sachsen, und ein Jahr später gründete sich die Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft zu Großbothen. Heute wird der in Deutschland einzigartige ehemalige Gelehrtensitz, der seit der Jahrhundertwende unverändert erhalten blieb, als Tagungsstätte der sächsischen Hochschulen genutzt.

Ein besonderes Erlebnis für jeden Besucher ist eine Führung durch die ehemaligen Arbeitsräume des Wissenschaftlers im Haus "Energie". Hier befinden sich eine Vielzahl von persönlichen Arbeitsgeräten und sonstigen Exponaten, die Auskunft über das Schaffen des Gelehrten geben. Eine umfangreiche wissenschaftliche Bibliothek, von ihm geschaffene Gemälde und Farbstudien, unterschiedlichstes Schrifttum und sämtliche Nachweise seiner Korrespondenz vervollständigen die Sammlung. Vor Ort finden auch Projekttage statt, es werden Großbothener Gespräche veranstaltet und Fotoausstellungen organisiert.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag
8.00 - 16.00 Uhr
Samstag
14.00 - 16.00 Uhr
Anschrift:
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