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SachsenTip
  Die Keller-Büste in Hainichen

Stand: 29. Oktober 2000

Friedrich Gottlob Keller wurde zwar erst zum Ehrenbürger von Hainichen gekürt, als er schon im siebenundsiebzigsten Lebensjahr war und seinem Heimatort längst den Rücken gekehrt hatte, doch er verhalf postum seiner Stadt zu Ruhm und Ehre. Keller arbeitete an verschiedenen Projekten wie Wasserhebungsapparat, Hobel zum Herstellen von verschiedenen Stiften, Ackerwalze mit Egge und Tastatur für den Morsetelegrafen. Seine Haupterfindung machte er jedoch im Jahre 1843, und sie löste das Rohstoffproblem für Papier. Keller entdeckte nämlich eine industriell anwendbare Technologie zur Nutzung des Holzes als Papierrohstoff, und zwar den Holzschliff. Als um 1840 das Papiermacherhandwerk von der industriell produzierenden Papiermaschine abgelöst wurde, herrschte bald Mangel an Lumpen. Friedrich Gottlob Keller
Und den Ersatzstoff fand nun eben jener Friedrich Gottlob Keller. Die Idee dazu kam ihm beim Beobachten eines Wespennestes, die als Baumaterialien eingespeichelte Holzfaserstoffe einsetzten.
Friedrich Gottlob Keller Keller kamen die Kirschkernketten seiner Kindheit in den Sinn. Um die Kerne zusammenfügen zu können, hatte er sie auf zwei Seiten an einem nassen Stein abgeschliffen. Von den Kernen und dem Holzbrettchen, welches die Kerne gegen den Schleifstein hielt, löste sich ein feiner Brei, der getrocknet ein zusammenhängendes Blättchen bildete. Nach dem gleichen Prinzip entstand das erste winzige Stück Holzpapier, mit einem gewöhnlichen Schleifstein als Werkzeug. Doch bevor aus den Holzfasern Papier im heutigen Sinne werden, war es notwendig, eine Technologie zu finden, die es ermöglichte, Holz und Holzrinde - auch ökonomisch vertretbar - in großen Mengen aufzuschließen.
Seine endlosen Versuche wurden immer wieder infolge von Geldmangel unterbrochen. Schließlich gab er es auf. Erst als die Chikagoer Weltausstellung und der mitteldeutsche Papierverein Proben der frühen Holzschliffversuche erbeten hatten, wurden Kellers Verdienste geehrt. Er selbst hatte nicht mehr viel davon, da er am 8. September 1895 starb.
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