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SachsenTip
  Freilichtmuseum in Seiffen

Stand: 29. Oktober 2000

Wer die Arbeits-, Wohn- und Lebenswelt der Erzgebirgler in vergangenen Zeiten besonders eindrucksvoll erleben möchte, dem sei ein Besuch im erzgebirgischen Freilichtmuseum in Seiffen empfohlen, das seine Pforten 1973 öffnete. Das Ausgangsobjekt des Seiffener Freilichtmuseums war das Preißler‘sche Wasserkraft-Drehwerk. Es wurde zwischen 1758 und 1760 errichtet und verfügte über acht zu vermietende Drehstellen. Die Energie für die Drechselbänke und die anderen Maschinen lieferte der Seiffenbach, der noch an 20 weitere Produktionsstätten die Kraft seines fließenden Wassers abgab.

Der Interessierte erfährt hier alles über das Leben auf dem Lande, den Bergbau und die Holzbearbeitung bzw. über die Techniken der Spielwarenherstellung. Doch nicht unter dem Blickwinkel der Nostalgie sollte der Besucher des Seiffener Freilichtmuseums die Häuser mit den Werkzeugen, Möbeln und Haushaltsgegenständen ihrer einstigen Bewohner betrachten. Vielmehr sind sie Zeugen der Lebenswelt der erzgebirgischen Menschen im 18. und 19. Jahrhundert. Ein Geheimtip für Besucher: Blicken Sie in die Scheune des großen landwirtschaftlichen Anwesens. Über Schnurantriebe können die Dreschmaschinen, der Häcksler, die Öl- und Schrotmühle und der Schleifstein angetrieben werden, und das alles mit umweltfreundlicher Wasserkraft.

Besonders beeindruckend ist auch die im Waldarbeiter-Wohnhaus befindliche "schwarze Küche". Durch eine Feuerwand ist sie von der Stube abgetrennt. In ihr gab es kaum Tageslicht, und durch ihren offenen Schornstein mußten die Bewohner stets einen kalten Luftzug in Kauf nehmen. Oft zog der Rauch schlecht ab und sammelte sich in dem kleinen Raum. Doch der sich nach oben verjüngende Schornstein dieses Hohlofens, errichtet aus Holzknüppeln, Stroh und Lehm, eignete sich hervorragend zum Räuchern von Fleisch, Speck und Wurst. Fast unvorstellbar ist für die Menschen des 20. Jahrhunderts auch die räumliche Enge, in der oft große Familie lebten und arbeiteten. Und um die Unbilden der erzgebirgischen Winter erträglicher zu machen, nahmen die Gebirgler ihre Nutztiere mit in die Behausungen. Rinder und Ziegen halfen die Kälte zu lindern, indem sie ihre Körperwärme im Wohnhaus abgaben.

Noch etwas ist für das Freilichtmuseum ganz typisch: So kann der Besucher nur hier in Seiffen die einmalige Kunst des Reifendrehens im Wasserkraft-Drehwerk aus dem Jahre 1758 noch live erleben. Es wird gezeigt, wie aus einem Holzreifen schnell und einfach zahlreiche verschiedene Holztiere entstehen. Altes Handwerk ist hier noch voll in Aktion und es darf nicht nur bewundert, sondern auch angefaßt werden. In den Monaten Mai und September finden in jedem Jahr Tage des historischen Handwerks statt. Dort werden nicht nur das Spielzeugmacherhandwerk und die Kunst des Klöppelns gezeigt, vielmehr sind noch zahlreiche traditionsreiche Techniken näher in Augenschein zu nehmen. Und es gibt noch viel mehr zu erleben. Überzeugen Sie sich einfach während eines Besuches im Freilichtmuseum.

 

Öffnungszeiten:
Täglich
9.00 – 17.00 Uhr
Anschrift:
Erzgebirgisches Freilichtmuseum Seiffen
Hauptstraße 203
09548 Seiffen
Telefon: (03 73 62) 83 88
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