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SachsenTip
  Buchdruck-Museum im Schloß Wildeck

Stand: 17. Februar 2011

Historisches Handwerk hautnah erlebt
Er hat mit seiner Druckerpresse die Welt verändert. Vor seiner Erfindung des Buchdruckes mit beweglichen Lettern mußten alle Bücher mit der Hand abgeschrieben werden, so daß sie nur in die Hände der Gebildeten, der Wissenschaftler und Lateinkundigen gelangten. Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, der Mainzer Patriziersohn stellte die Weichen für eine aufgeklärte Zeit mit Büchern, die jedem Menschen zugänglich waren. Schriftzug von Gutenberg

 

Nach dieser revolutionären Erfindung ging es bergauf mit dem Schriftsetzer- und Buchdruckerhandwerk. Einer der Nachkommen von Johannes Gutenberg, die zwar erst etwa 6 Jahrhunderte später zum Zuge kamen, ist wohl der Schriftsetzer und Buchdrucker Manfred Schöne, welcher heute einen modernen Familienbetrieb in  Grünhainichen betreibt. Seine Ausbildung fällt in jene Zeit, in der Lehrlinge das Handwerk der schwarzen Zunft noch von der Pike auf lernten und somit in der Lage waren, jeden Typ von Druck- und Setzmaschinen zu bedienen.
Als Manfred Schöne nach der Wende seinen Betrieb einer Modernisierung unterzog, wußte niemand so recht: Wohin mit den altgedienten Maschinen, die zwar inzwischen Seltenheitswert besitzen, doch auf einmal überflüssig waren.
Und weil das Problem gerade zu der Zeit stand, als sich die Zschopauer Gewerbetreibenden darüber Gedanken machten, wie das Schloß Wildeck künftig für Besucher noch attraktiver gestaltet werden könnte, hatte der Buchdruckermeister die Idee, um seine Maschinen für die Nachwelt zu erhalten. Kurzentschlossen stellte er sie sozusagen als Dauerleihgabe der Stadt Zschopau zur Verfügung. Damit waren die Weichen für die Etablierung eines Buchdruck-Museums mit Schauwerkstatt gestellt. Die Eröffnung erfolgte übrigens anläßlich des 3. Zschopauer- Schoß und Schützenfestes im Sommer 1997.
Auf etwa 120 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert sich jetzt alte Technik, die weit und breit ihresgleichen sucht. Einige der gezeigten Maschinen und Geräte versahen ihren Dienst schon in verschiedenen Druckereien in Augustusburg, in Grünhainichen und in Neuhausen, bevor sie in Zschopau ihren Alterssitz fanden. Bleisatzmaschine von 1920
Wer das Museum besucht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß er in die Zeit der vergangenen Jahrhundertwende zurückversetzt wurde. So muß eine Druckerei damals ausgesehen haben. Zu den Maschinen mit absolutem Seltenheitswert gehören beispielsweise eine Boston-Presse - Baujahr 1895 und eine Original Heidelberger Tiegel-Druckmaschine aus dem Jahre 1920. Setzregale, gefüllt mit historischen Klischees und einer Fülle von Buchstaben verschiedenster Typen, sind eine ideale Ergänzung der alten Technik.
Obwohl der Buchdruckermeister das Museum nicht regelmäßig betreuen kann, um den Besuchern die alte Technik nicht nur zu erläutern, sondern auch vor Ort vorzuführen, müssen Interessierte auf erklärende Worte nicht verzichten. Für einen Rundgang durch das museale Kleinod steht ein über ABM Beschäftigter zur Verfügung. Auch Kinder und Jugendliche haben Gelegenheit, in Form von Projekttagen, so manches Wissenswerte über eine in früherer Zeit sehr geachtete Zunft zu erfahren. Und vielleicht führen Veranstaltungen dieser Art auch dazu, daß eines Tages ein Traum von Manfred Schöne Realität wird. Er möchte nämlich vor allem auch junge Leute für die Arbeit im Buchdruck-Museum begeistern. Der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft oder eines Freundeskreises stände dann nichts mehr im Wege.
  Ausführliche Informationen unter:
www.buchdruck-museum.de
 

Stadtverwaltung Zschopau
- Schloß Wildeck -
09405 Zschopau
Telefon: (03725) 8 49 87
www.Zschopau.de

Druckerei Schöne
Druckermeister Manfred Schöne
Chemnitzer Straße 46
09579 Grünhainichen
Telefon / Fax: 0372 94 / 14 00

www.Druckerei-Schoene.de

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