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SachsenTip
  Papiermühle Zwönitz

Stand: 29. Oktober 2000

Ein besonderer Anziehungspunkt der kleinen Erzgebirgsstadt Zwönitz ist die Wintermann´sche Papiermühle, untergebracht in einem großen denkmalgeschützten Fachwerkgebäude aus dem Jahre 1850. Papier ist ein wichtiges Gebrauchsmaterial und vor allem ein entscheidender Kulturträger und -übermittler. Schon seit 3000 vor Christi diente Papyrus als Beschreibstoff der alten Ägypter und der griechisch-römischen Antike, der vereinzelt, so zum Beispiel in der päpstlichen Kanzlei, bis ins 11. Jahrhundert verwendet wurde.
Und ist Papyrus auch stofflich nicht mit unserem Papier identisch, so diente es doch, wie unser heutiger Werkstoff, der Niederlegung von Nachrichten und Fakten, die dadurch über Jahrtausende hinweg erhalten geblieben sind. Schließlich wurden Luthers Thesen und Goethes Faust auf Papier geschrieben oder gedruckt. Papiermühle in Zwönitz
Die Geschichte des Papiers ist somit die Geschichte der Produktionsverhältnisse, der politischen Verhältnisse, aber auch der Kultur. Doch das nur ganz nebenbei.
Wer die Anlage in Niederzwönitz besucht, der sollte seinen Rundgang im Außengelände beginnen. Neben Stauwehr und Mühlgraben verdient dort eine industriell gefertigte Holzschleifmaschine besondere Aufmerksamkeit. Sie wurde um die Jahrhundertwende gebaut und aus Rittersgrün in das Zwönitzer Museum umgesetzt. In einem Nebengebäude wurden zahlreiche für die Herstellung von handgeschöpftem Papier notwendige historische Gerätschaften zusammengetragen. Hier werden auch die Arbeitsgänge des Schöpfens und Gautschens demonstriert, und es entsteht handgeschöpftes Papier mit dem Wasserzeichen "Niederzwönitz". Papiermühle
urigste Technik In den eigentlichen Museumsräumen erwartet dagegen den Besucher urigste Technik. Gegen den Kugelkocher, Baujahr 1913, der mehrmals geflickt wurde, verblaßt jeder "Lanz-Bulldog". Und dabei wurde in ihm nur Altpapier aufgeweicht. Auch der Kollergang ist eine Maschine robustester Bauart. Zwei riesige Mahlsteine zerfaserten die Papiermasse. Der Besucher sollte allerdings gebührenden Abstand halten. Die urtümlich anmutende Technik demonstriert nämlich nicht nur ihre Funktionstüchtigkeit über mehr als ein Jahrhundert, sondern sie ignoriert auch jeden Ansatz von Arbeitsschutz und Unfallverhütung.
Fast friedfertig im Vergleich zum Kollergang wirkt der Holländer, wo der mit Wasser versetzte Faserstoff unter einer Messerwalze zerkleinert wurde.
Eine Pappenmaschine von 1842, eine Presse und die Trockenböden sowie ein Walzwerk, das die Pappen glättete, vervollständigen den musealen Produktionsablauf. Und schließlich zeigt ein schwarz-weiß Video Herrn Eugen Wintermann in Aktion, wie er einst seine Papiermühle betrieb. Allerdings konnte er an der Pappenproduktion nicht reich werden. Er arbeitete stets selbst hart und lebte immer in bescheidenen Verhältnissen. einfach beeindruckend
Öffnungszeiten:
April - August
Mittwoch – Sonntag
9.00 – 18.00 Uhr
sonst nach Vereinbarung
Anschrift:
Museum Papiermühle
Köhlerberg 1
08297 Zwönitz
Telefon: (03 77 54) 26 90
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