Zur SachsenkarteÜbersichtGesamtübersicht vom Ort

Zur Karte vom Landkreis

SachsenTip
  Dresden - Landeshauptstadt von Sachsen

Stand: 30. Oktober 2000

Seit dem 15. Jahrhundert war das am Ort eines slawischen Fischerdorfs als Kaufmannssiedlung und landesherrliche Burg gegründete Dresden Residenz der sächsischen Herzöge, Kurfürsten und Könige. Im Ergebnis des Schmalkaldischen Krieges erhielten die albertinischen Fürsten 1547 die Kurwürde, und Dresden wurde so zur Hauptstadt des bedeutendsten protestantischen Landes, das sich zugleich nach dem Territorien der Habsburger zum mächtigsten deutschen Staat entwickelte. Die Stadt erlebte eine schnelle bauliche Entwicklung. Es entstanden Zeughaus, Stallhof und später auch der Zwinger, und der Hof förderte die Entwicklung der Künste. Der Große Garten wurde als höfisches Festgelände angelegt, und Heinrich Schütz verhalf dem musikalischen Leben der Stadt zu einem Höhepunkt.

Als Kurfürst Friedrich August I., genannt "der Starke", die polnische Königskrone erwarb, wurde Dresden nicht nur Barockstadt, sondern auch eine Hauptstadt von europäischer Bedeutung. Hof und Adel waren Auftraggeber umfangreicher Bauten und bedeutender kunsthandwerklicher wie künstlerischer Leistungen. Parallel dazu führten die Bedürfnisse des Hofes zu einer raschen ökonomischen Entwicklung der Stadt, deren Einwohnerzahl rasch zunahm. Auch das Dresdner Bürgertum erbrachte beachtliche Leistungen, von denen unter anderem der mächtige Bau der städtischen Frauenkirche kündete.

Im August 1756 besetzten preußische Truppen die Hauptstadt Sachsens und belagerten sie auch in den folgenden Jahren mehrfach. Die Französische Revolution hinterließ ebenfalls ihre Spuren. Das besiegte Sachsen wurde zu einem Verbündeten Napoleons. Nach der Zeit der napoleonischen Herrschaft entwickelte sich Dresden vorrangig als Industriestadt. 1839 wurde mit der Eisenbahnlinie Leipzig-Dresden die erste Fernbahn Deutschlands in Betrieb genommen, und jenseits der abgetragenen Stadtbefestigungen entstanden völlig neue Stadtteile. In den Jahrzehnten nach 1850 wuchs die Stadt rasch. Elbbrücken, weitere Bahnlinien und Bahnhöfe wurden gebaut, Dresden erhielt neben dem neuen Rathaus und dem Opernhaus auch eine Vielzahl kommunaler Bauten. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war Dresden die viertgrößte Stadt des deutschen Reiches.

Als König Friedrich August III. infolge der Novemberrevolution 1918 abdanken mußte, wurde der Freistaat Sachsen gebildet. In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre wurden bedeutende bauliche und kulturelle Leistungen vollbracht, doch die Machtübernahme der Nationalsozialisten setzte 1933 den progressiven kulturellen Traditionen der Stadt ein jähes Ende. Drei Monate bevor der Zweite Weltkrieg beendet war, zerstörten zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 fünf aufeinanderfolgende Luftangriffe das Zentrum Dresdens. Anfang der fünfziger Jahre begann der Wiederaufbau von Wohn- und Repräsentationsbauten im Stadtzentrum. Ausgewählte Baudenkmale wurden wiederhergestellt, und einige erstanden in neuem Glanz. Heute ist Dresden im Besitz seiner alten Bedeutung als Hauptstadt des wiedergegründeten Freistaates Sachsen. Seitdem verändert eine umfassende Bautätigkeit das Gesicht der Stadt und Dresden ist auf dem besten Wege, wieder eine der attraktivsten Großstädte Deutschlands zu werden.

Eine lange Tradition hat hier die Bildende Kunst, deren Anfänge im 17. Jahrhundert liegen. Mit ihr verbinden sich solche bedeutende Namen wie Canaletto, Anton Graff, Gottfried Semper, Ludwig Richter, Caspar David Friedrich, Oskar Kokoschka und Otto Dix, um nur einige zu nennen. Dresden ist bis heute nicht nur Wirkungsort für Künstler, sondern vielfach auch Objekt ihrer Werke. Das gleiche gilt für die Musik, deren Geschichte sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. Konzerte, Passionen und Motetten werden bis heute unter anderem auch von einem der berühmtesten und ältesten Knabenchöre der Welt, dem Dresdner Kreuzchor, gepflegt.

Sachsens Kurfürsten und Könige waren begeisterte Kunstsammler und erwarben im Laufe der Jahrhunderte Kunstschätze von unermeßlichem Wert. Mit der kurfürstlichen Kunstkammer legte Kurfürst August 1560 den Grundstein für die erste Dresdner Sammlung, die bereits im 17. Jahrhundert zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten über die Landesgrenzen hinaus gehörte. Die 1924 gegründeten Staatlichen Sammlungen machen Dresden heute zu einer der wichtigsten Museumsstädte in Europa.

Die bekanntesten Museen der Staatlichen Kunstsammlungen sind die Gemäldegalerie Alte Meister und die Galerie Neue Meister im Albertinum. Die Thematik der weiteren 25 Dresdner Museen reicht von Verkehrstechnik über Militärgeschichte, von Technischen Sammlungen bis zum Buchmuseum. Wichtige museale Einrichtungen sind das Deutsche Hygiene Museum, das Landesmuseum für Vorgeschichte, das Militärhistorische Museum, das Verkehrsmuseum sowie das Museum zur Dresdner Frühromantik. Sehenswert sind auch das Stadtmuseum, die Prozellansammlung im Zwinger, das Museum für Tierkunde und das Museum für Völkerkunde im Japanischen Palais.

Home

Alle Rechte bei SachsenTip Stand 30.10.00