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SachsenTip
  Mügeln

Stand: 30. Oktober 2000

Im sächsischen Mügeln gibt es eine Hauptattraktion, und das ist zweifellos der "Wilde Robert", eine Schmalspurbahn, die zwischen Oschatz-Mügeln-Kemmlitz verkehrt und auf eine interessante Geschichte zurückblicken kann. Die Eröffnung der Schmalspurstrcke Mügeln-Köbeln erfolgte bereits im Jahre 1884. Nur kurze Zeit später wurde der Abschnitt Mügeln-Oschatz in Betrieb genommen, und Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten weitere Streckeneröffnungen. Der Abschnitt Nebitzschen-Kroptewitz, der die Gesamtstrecke des Mügelner Schmalspurnetzes auf etwa 70 Kilometer anwachsen ließ, brachte der Bahn ein Transportgut, das noch heute von existenzieller Bedeutung ist, das Kaolin. Der Personenverkehr beschränkte sich jedoch vorwiegend auf die Strecken Oschatz-Mügeln und Mügeln-Wermsdorf.

Mitte der sechziger Jahre begann eine Welle von Streckenstillegungen, die auch das Mügelner Netz nicht verschonte. Allerdings waren verschiedene Erwägungen im Gange, die Leistungsfähigkeit des Güterverkehrs zu erhöhen, denn das Frachtaufkommen des Kaolins stieg ständig an. Doch auf Grund der Wende war die deutsche Reichsbahn nicht interessiert, die Strecke weiter zu betreiben. Es ist hauptsächlich dem Fahrgastverband "Pro Bahn" zu verdanken, daß gemeinsam mit dem Landkreis Oschatz ein Konzept zur Erhaltung des "Wilden Robert" erarbeitet wurde, das zum Inhalt die Gründung der Döllnitzbahn GmbH hatte. Seit dem 17. Dezember 1993 wurde auf der 17 Kilometer langen Strecke Oschatz-Mügeln-Kemmlitz wieder der Güter- und Traditionsverkehr sowie der öffentliche Schienenpersonen-Nahverkehr in Betrieb genommen. Dieses Spektrum dehnte sich inzwischen auf den Schülerverkehr aus.

Und noch eine bemerkenswerte Anlage hat die Region um Mügeln zu bieten. Vom Haltepunkt Nebitzschen aus führt ein etwa 1-km-langer Fußweg zur Feldbahn Glossen. Dort befindet sich eine zu Anfang dieses Jahrhunderts erschlossene Quarzitgrube, deren Gestein bis zu Beginn der vierziger Jahre mit Straßenfahrzeugen abtransportiert wurde. 1942 begann dann der Bau einer Lorenbahn. Damit ergab sich die einmalige Situation, daß Gestein über drei verschiedene Spurweiten zur Weiterverarbeitung gelangte. Das waren die 600 mm Feldbahn, die 750 mm Schmalspurbahn und die 1435 mm Regelspurbahn. Anfang der 60er Jahre wurden die Anlagen des Betriebes rekonstruiert. Nach der Schmalspur-Streckenstillegung nach Wermsdorf 1972 erfolgte der Abtransport des Quarzits per Lastkraftwagen. Bis zur Betriebseinstellung 1991 wurde alles Material nur noch auf Verschleiß gefahren, so daß sich die Bahn in einem sehr traurigen Zustand befand.

Um diese einmalige Anlage in ihrer Gesamtheit zu erhalten, gründete sich Anfang des Jahres 1994 der Verein "Feldbahnschauanlage Glossen e.V." Hier wurde so manches inzwischen bewegt, und die Anlage ist heute auch Technisches Denkmal. Ziel der Aktivitäten ist es, wieder einen Feldbahnbetrieb nachzustellen, der dem Besucher die schwere Arbeit in einer Quarzitgrube, aber auch den Reiz solch einer Lorenbahn in landschaftlich herrlicher Umgebung zeigen soll. Zu diesem Zweck wurde ein Personenfahrbetrieb mit speziell hergerichteten Wagen aufgebaut. Wer etwas mehr über die "Feldbahn im Quarzitsteinbruch Glossen" erfahren möchte, der hat die Möglichkeit, eine Broschüre zu erwerben. Weitere Informationen sind unter der Ruf-Nr.: 0351/4765230 erhältlich.

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