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SachsenTip
  Die Bergstadt Zschopau

Stand: 30. Oktober 2000

Noch lange bevor der "Miriquidiwald" - das heutige Erzgebirge - besiedelt wurde, kreuzte hier einer der drei "alten böhmischen Steige" die Zschopau. An dieser Stelle entstand dann auch - die genaue Jahreszahl ist jedoch unbekannt - eine Burg, deren Bergfried, unter dem Namen "Dicker Heinrich" bekannt, als ältestes Zschopauer Bauwerk bis zum heutigen Tag erhalten blieb. Das Gebiet um Zschopau trat bereits nach 1136 und vor 1162 urkundlich in Erscheinung. Blick zum Schloß Wildeck
Im Zuge der Besiedlung entlang des alten Handelsweges erfolgte auch die Gründung der Stadt Zschopau in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf dem Bergplateau hinter der Burg. Die erste überlieferte urkundliche Erwähnung der Stadt Zschopau erfolgte übrigens am 7. September 1286. Eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1292 gibt darüber Auskunft, daß Zschopau Sitz der Vogtschaft über das Umland war.

Wie die ursprüngliche Kirche der Stadt aussah, darüber sind keine Dokumente vorhanden. Erst 1495 wurde sie in Form einer gotischen Hallenkirche neu erbaut. Ihre Umfassungsmauern haben sich bis heute erhalten. Die Stadtkirche ist dem heiligen Martin geweiht.

Zschopau, idyllisch im
Talkessel gelegen...
Blick auf Zschopau
Im Jahre 1407 findet erstmalig der Bergbau Erwähnung. Von nun an genoß Zschopau verschiedene Privilegien und durfte sich "Bergstadt" nennen. 1493 erhielt die Stadt den Status einer "freien Bergstadt". Doch das wirtschaftliche Leben wurde auch noch von anderen Zunften geprägt. 1510 schlossen sich beispielsweise die Tuchmacher zu einer Innung zusammen, und die Weber zogen nach. Auf Grund seiner guten Qualität wurde das Zschopauer Bier nicht nur vor Ort geschätzt. Auch dem Hof in Bayern oder in Dänemark wurde ab und zu ein "Fäßgen" zum Geschenk gemacht.
Stadtwappen Im 15. Jahrhundert gelangt Zschopau schließlich in kurfürstlichen Besitz. 1545 wurde die Zschopauer Burg als kurfürstliches Jagdschloß "Wildeck" und Zentrum des höfischen Lebens fast ganz neu im Renaissancestil erbaut. In jene Zeit fällt auch das Wirken eines der bedeutendsten Bürger der Stadt, des Theologen und Philosophen Valentin Weigel.
Er war über zwei Jahrzehnte lang Pfarrer der St.-Martinskirche. Seine Manuskripte wurden nach seinem Tode gedruckt und machten seinen Namen überall in Deutschland bekannt. Zu den prominenten Gästen der Stadt zählte Zar Peter der Große, der sich mehrmals hier aufhielt. Er wohnte im "Weißen Roß" und zeigte großes Interesse für die hier betriebene Strumpfwirkerei.

Doch Zschopau blieb auch von Bränden nicht verschont. 1634 im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges geschah das durch kaiserliche Soldaten und 1748 durch Fahrlässigkeit. Wenige Gebäude haben diese Stadtbrände überdauert. Erhalten blieben lediglich das Schloß Wildeck und wenige Häuser in der "Chemnitzer Vorstadt", darunter auch das "Wilkehaus" an der Johannisstraße.

Blick in die Zschopauer Spinnereistraße Die zerstörten Bürgerhäuser und öffentlichen Gebäude wurden in einem schlichten Barockstil wieder aufgebaut. Die Stadt entwickelte sich weiter, 1710 wurde Zschopau Poststation. An diese Zeit erinnern noch Reste der Distanzsäule und die alte Posthalterei in der Ludwig-Würkert-Straße.

 

Begonnen wurde 1812 mit dem Bau der Zschopaubrücke, die - noch unvollendet - bereits ein Jahr später beim Herbstfeldzug gegen Napoleon strategische Bedeutung erlangte. So ermöglichte das Bauwerk Anfang Oktober des Jahres 1813 der böhmischen Armee den Übergang mit der gesamten Artillerie und 14.000 Munitions- und Bagagewagen. Die Industrialisierung begann in Zschopau sehr zeitig. Große Bedeutung für die Stadt war die Unternehmerfamilie Bodemer, die 1818 einen der ersten mechanischen Webstühle Deutschlands in ihrer Fabrik in der Spinnereistraße aufstellte. An der Zschopau-Brücke
Im 20. Jahrhundert erlangte Zschopau Weltruf durch seine Motorradindustrie. Es war der Däne J. Skafte Rasmussen, welcher hier 1907 ein Dampfkessel-Armaturen-Werk gründete. 1918 baute er den ersten DKW-Motor und drei Jahre später den ersten Zweitaktmotor. In den Jahren nach der Wende wurden allerdings die meisten der vor Ort produzierenden Industriebetriebe geschlossen, so daß die Perspektiven für die Stadt künftig in der Tourismus-, Einkaufs- und Dienstleistungsbranche zu finden sind. Immerhin hat Zschopau so einiges für den Fremdenverkehr zu bieten. Neben kulturhistorisch bedeutsamen Bauwerken bieten vor allem die nähere und weitere Umgebung zahlreiche Wander- und Spazierwege. Und weil das Erzgebirge generell reich an Volkskunst und Brauchtum ist, so wird auch in Zschopau geschnitzt, gedrechselt und geklöppelt. Davon kann sich der Tourist besonders in der Advents- und Weihnachtszeit überzeugen. Und zahlreiche hier ansässige Vereine bereichern zu jeder Zeit das kulturelle Leben in der Stadt.

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Zschopau erwartet Sie!

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