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SachsenTip
  Zwickau

Stand: 30. Oktober 2000

Die Stadt Zwickau, gelegen an der Zwickauer Mulde, wird auch als das Tor zum Erzgebirge und zum Vogtland bezeichnet. Als Siedlung und Territorium wurde der Landstrich erstmals im Jahre 1118 urkundlich erwähnt, und die Sorben gründeten ihr "Zwikkowe" in der fruchtbaren Talaue der Mulde. Als 1290 Kaiser Rudolf von Habsburg das Pleißner Land erwarb, wurde Zwickau neben Altenburg und Chemnitz zur Reichsstadt erhoben. 1348 erhielt die Stadt ihr erstes eigenes Stadtrecht. Schon bald etablierten sich starke Handwerkerzünfte, vor allem Tuchmacher und Schmiede. Der besondere Wohlstand der Stadt resultierte aus dem Fündigwerden am Schneeberg mit seinen reichen Silbervorkommen um 1470. Zwickau entwickelte sich zum Versorgungszentrum der neu entstehenden Orte im sächsischen Erzgebirge. Neben der wirtschaftlichen Blüte kam es auch auf kulturellen Gebiet zum Aufschwung.

Anfang des 16. Jahrhunderts etablierten sich Lateinschule und griechische Schule. Hier lehrte Georgius Agricola. Es entstand die erste Buchdruckerei. Der Lehrer von Albrecht Dürer, der Nürnberger Meister Michael Wohlgemuth, schuf den Hauptaltar der Marienkirche. In Zwickau wirkten der Bildschnitzer Peter Breuer, der revolutionäre Reformator Thomas Müntzer, und hier lebte Caroline Neuber, die als "Neuberin" das deutsche Theater aus den Fesseln der Hanswurstiade befreite. Luther verweilte einige Tage in Zwickau und hielt hier vier gewaltige Predigten. Im Jahre 1548 stellte Philipp Melanchton, ein Freund Luthers, fest: "In Kunst und Wissenschaft übertrifft Zwickau alle Städte dieser Lande." Geboren wurde in der Stadt auch Robert Schumann, der später als Komponist ein Stück Musikgeschichte mitschrieb. Das Licht der Welt erblickten hier auch der Maler und Grafiker Max Pechstein sowie der Schriftsteller Kurt Arnold Findeisen.

Sehenswert sind im Stadtzentrum das Rathaus am Marktplatz und das Gewandhaus, welches 1522/25 für die Tuchmacherinnung erbaut wurde. Seit 1823 wird es als Stadttheater genutzt. Zahlreiche Bürgerhäuser mit restaurierten Fassaden prägen das Stadtbild genauso wie der Dom St. Marien, eine große spätgotische Hallenkirche mit einem 87 Meter hohen West-Turm. Ein Besuch im Städtischen Museum lohnt sich genauso wie eine Stippvisite im Robert-Schumann-Haus oder im Automobilmuseum und in der Galerie am Domhof. Und wer Zwickau etwas näher ergründen möchte, der sollte sich eine Fahrt mit dem 80 Jahre alten historischen Straßenbahnzug gönnen.

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