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SachsenTip
  Unterwegs in den Dolomiten

Stand: 25. Oktober 2000

Neunzig Jahre ist es her, seitdem die Große Dolomitenstraße zum Zwecke der Tourismusförderung eröffnet wurde. Heute ist eine Reise entlang dieser Straße ein unbedingtes Muß für jeden Touristen, der Berge liebt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fuhren allerdings die Reisenden noch gemütlich mit Kutsche und Stellwagen durch die Lande. Damals ahnte wohl noch niemand, daß zu Beginn der 50er Jahre eine Reiselawine durch die Dolomiten rollen würde, die bis zum heutigen Tag ständig zunimmt.

Lang ist es her, als noch die Ladiner die Bergwelt der Dolomiten besiedelten und fast völlig abgeschlossen ihren Lebensunterhalt als Bauern und Hirten verdienten. Diese Situation änderte sich jedoch mit dem aufblühenden Alpinismus. Heute sind die Zeiten vorbei, wo eine Dolomitenreise noch das Abenteuer war, weil primitive und schmale Schotterstraßen in Niemandsland führten, dorthin, wo heute berühmte Touristenzentren angesiedelt sind. Erst ein Gesetz zur Forcierung des Gebirgsstraßenbaus, das auch die Finanzierung zwischen dem Staat, dem Land Tirol und den Dolomitengemeinden regelte, ermöglichte 1900 den ersten Spatenstich zu dieser Straße, die bis zum heutigen Tag dem ständig steigenden Autotourismus gerecht wird.

Die Trassenführung schwingt seit dem Jahre 1909 von Paß zu Paß, die durchschnittliche Breite beträgt 6 bis 7 Meter, mit großzügigen Erweiterungen, die auch Busverkehr ermöglichen. Das gesamte Jahr über ist die Straße offen, und im Winter wird sie auch geräumt. Doch die günstigste Zeit für eine Reise durch die Dolomiten ist trotzdem im Frühsommer oder im Herbst, denn stabile Schönwetterperioden bieten vor allem die Monate September und Oktober. Wenn gutes Wetter angesagt ist, dann sollte die Große Dolomitenstraße in beiden Richtungen befahren werden. Wer sich auf Tour begeben möchte, der sollte das zeitig tun, etwa gegen 7 Uhr morgens. Da ist nämlich die Welt noch in Ordnung, und nur wenige Autos rollen über den Paß. Die Bergwelt ruht einsam, Berg und Tal bieten ein eindrucksvolles Farbspektrum. Vielleicht erlaubt das Zeitlimit dann auch einen Abstecher mit Seilbahn und Lift in schwindelerregende Höhen.

Wenn auch nicht alle Sehenswürdigkeiten, welche die Dolomiten bieten, einer näheren Betrachtung unterzogen werden können, so sollen doch einige ausgewählte Zielpunkte näher beleuchtet werden. Ein Beispiel für das unverwechselbare Flair der Dolomitenstädte ist Bozen. Heute ist diese Region, auch bekannt durch die "Internationale Bozener Mustermesse" das Tor zu den Dolomiten. Stolz sind die Einwohner der Stadt besonders auf die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, die einen 62 Meter hohen filigranen Turm besitzt. Empfehlenswert ist auch die Besichtigung der berühmten Laubengänge und der Besuch des Obstmarktes, wo sich ein Stückchen Bozner Leben abspielt.

Es gibt wohl kaum einen Dolomitenreisenden, der einen Markttag im mittelalterlichen Meran, einer Stadt mit k.u.k.-Vergangenheit, versäumt. Freitags ist hier Markttag und Gelegenheit, köstliche Mitbringsel wie Wein, Obst, Olivenöl, Schinken, Obstler aus einheimischer Produktion und eine große Auswahl an Kunsthandwerk zu erwerben. Zwischen den zahlreichen Verkaufsständen herrscht buntes Treiben, und es wird gefeilscht, was das Zeug hält. Wesentlich erholsamer ist natürlich ein Ausflug per Sessellift hinauf zum Dorf Tirol. Wer nicht so hoch hinaus möchte hat Gelegenheit zu einem Spaziergang über den "Tappeiner Weg" oder auf der Kurpromenade.

Ein Höhepunkt für jeden, der die Dolomiten besucht, ist immer wieder die Fahrt in eine der bedeutendsten Skihochburgen der Alpen, nach Madonna di Campiglio und in die Brenta-Dolomiten. Durch enge Täler, über Pässe, die bereits im Mittelalter von Handelstreibenden genutzt wurden, vorbei an idyllischen Bergdörfern, wird der einstige Pilgerort erreicht. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Brenta-Gruppe. Lohnenswert ist auch ein Ausflug zu den inmitten hoher Berge gelegenen romantischen Seen des Trentino. Entlang dieser Reiseroute befindet sich der Tobliner See mit dem gleichnamigen Kastell. Durch ein von Gletscher-Moränen gezeichnetes wildes Tal führt der Weg weiter nach Arco und nach Riva del Garda. Von dort aus führt eine Serpentinenstraße zum Ledro-See. In der Nähe sind noch die Spuren einer bronzezeitlichen Pfahlbausiedlung vorhanden.

Es besteht auch die Möglichkeit der Zinnenstraße zu folgen, zumal die drei Felsgestalten in Form von Zinnen als das Nonplusultra dieser Bergwelt gelten, die Bergwelt von Toblach aus zu ergründen und in eine der zahlreich vorhandenen Hütten einzukehren oder das Kriegerehrenmal Salisei zu besuchen. Ganz gleich, welche Route man wählt, reizvoll ist jede.

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