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SachsenTip
  In Dubai ist alles anders

Stand: 25. Oktober 2000

Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Ausländerhaß sind hier Fremdwörter
Helle Sandstrände

Touristen finden dort, wo einst Wüste war, heute blühende Landschaften, gigantische helle Gebäude, orientalisches Flair pur und was das Wichtigste ist, zufriedene Menschen aus mehr als 50 Nationen, die friedlich miteinander leben. Sie meinen so etwas gibt es nicht in unserer krisengeschüttelten Welt?

Helle Paläste und Sandstrände gehören zu den Emiraten

Das dachte ich auch, bis ich eine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate buchte, ganz speziell nach Dubai, und eines Besseren belehrt wurde. 4000 Jahre lang lebten die Bewohner der Golfregion vom Jagen und Fischen, von der Dattelernte sowie der Schaf- und Ziegenzucht. Außerdem gestattete der Handel mit Perlen und Kupfer so manches Extra. Dann brachte die kluge Politik in bezug auf Vermarktung der Erdölreichtümer, fast über Nacht, Reichtum und Luxus mit sich. Es entstanden Gartenstädte, auf das Modernste gestaltet, die das Leben bequemer machten. Obwohl Erdöl schon 1958 vor der Küste von Abu Dhabi, der heutigen Hauptstadt der Emirate, entdeckt wurde, so entwickelte sich der Export erst zwei Jahre später. Zu jener Zeit war die Region noch durch eine Stammesgesellschaft geprägt. Es gab 7 unabhängige Scheichtümer, die infolge eines Seeabkommens mit Großbritannien gemeinsam als die Vertragsstaaten bekannt waren.

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Einst Festung, heute
gutbesuchtes Museum

Dubai51.jpg (10637 Byte) Im Jahre 1968 kündigte Großbritannien den Rückzug aus der Region an. Zu jener Zeit lebten in den 7 Emiraten, auf einer Fläche, die doppelt so groß wie die Schweiz ist, etwa 180.000 Einwohner in Wüste und Gebirge. Heute ist die Bevölkerung auf fast 1,9 Millionen Einwohner angewachsen, davon sind etwa 80 Prozent Gastarbeiter, die aus über 50 Ländern kommen.

Die beiden führenden Emirate Abu Dhabi und Dubai erkannten, daß sie gemeinsam mit Sharjah, Ajman, Umm Al-Quwain und Fujairah eine starke Förderation darstellen könnten. So schlossen sie sich am 2. Dezember 1971 zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen. Ein Jahr später kam noch Ras Al-Khaimah hinzu. Dieser Schritt war ausschlaggebend, daß der Golf-Staat seine Position ausbauen konnte. Die Gewinne aus Erdölexporten wurden zur Finanzierung einer eindrucksvollen Infrastruktur eingesetzt. Es entstanden moderne Schnellstraßen, See- und Flughäfen, erstklassige Hotels und Einkaufszentren. Und sozusagen als zweites Standbein wird ständig der Fremdenverkehr weiterentwickelt.

Jumeirah-Moschee
repräsentiert einen
allgegenwärtigen
religiösen Kodex.

Jumeirah-Moschee

Inzwischen haben die V.A.E. einen Lebensstandard mit mehr als 20.000 Dollar Pro-Kopf-Einkommen erreicht. Auch die kleinsten Dörfer verfügen über Strom und fließendes Wasser. Es gibt genügend Schulen und ein gut ausgebautes Gesundheitswesen, das allen Bürgern, sowohl Einheimischen als auch Gastarbeitern, zur Verfügung steht. Wohnungen sind ausreichend und bezahlbar vorhanden, und es gibt Nahrungsvorräte im Überfluß. Für die geistlichen Bedürfnisse der gläubigen Bevölkerung sorgen ein umfangreiches Moscheenbauprogramm und verschiedenste Förderprojekte zum besseren Verständnis des Islams und zum Lesen des Heiligen Korans.
Von Kopf bis Fuß eingehüllt In den Emiraten sind Fortschritt und Tradition in zahlreichen Lebensbereichen gemeinsam zu finden. So tragen die meisten Einheimischen der V.A.E. auch heute noch die jahrhundertealte Tracht. Das ist bei Männern das lange, weiße Gewand, auch Dischdascha genannt. Frauen hüllen sich von Kopf bis Fuß in schwarze Abayas. Bei der älteren Generation wird noch oft zusätzlich eine Ledermaske, die Mund und Nase bedeckt, getragen.
Diese Tracht hindert sie nicht daran, die neuesten Autos zu fahren und in den modernsten Geschäften einzukaufen. Es ist nicht vermessen zu behaupten, daß in den Emiraten eine der gelungensten Mischungen von Alt und Neu weltweit zu finden ist. Vieles hat sich gewandelt, doch was sich überhaupt nicht geändert hat, ist die so berühmte Gastfreundschaft der Araber. Es ist ein alter Brauch der Wüste, daß jeder Besucher oder Reisende wie ein hochgeschätzter Gast behandelt wird. Ahlan-Wa-Sahlan heißt: von Herzen willkommen.
Wer zum ersten Mal arabischen Boden betritt, glaubt in einer anderen Welt zu sein. Alles ist hell und freundlich, strahlt einfach Harmonie aus. Unzählige klimatisierte Taxis fahren über moderne Boulevards, vorbei an schönen Bauten, grünen Parks und heiteren gelösten Menschen, für die Streß ein Fremdwort zu sein scheint. Kamele - keine Seltenheit

Und alles funktioniert bestens. Kein Wunder, daß Dubai im Begriff ist, zum führenden Reiseziel im Golf zu werden. Die beliebteste Reisezeit für Touristen ist allerdings im Winter und im Frühjahr. Da ist es warm und sonnig, während es im Hochsommer unerträglich heiß ist. Dann spielt sich ein Großteil des täglichen Lebens in klimatisierten Räumen ab.

Einhemische bei Schiffbau Allein in Dubai laden mehr als 100 Hotels Gäste ein, weitere werden derzeit gebaut. Und alle verfügen über Top-Komfort und eine ausgezeichnete internationale Küche, die von Japan bis China, über Frankreich, bis hin nach Nordamerika und Mexiko reicht. Wer die Emirate besucht, sollte unbedingt das traditionelle ganze Lamm, auf einem Bett von Reis serviert, probieren. Er muß es ja nicht aufessen.
Es gibt nichts, was es in Dubai nicht gibt, natürlich im positiven Sinne. So sind Kriminalität und Arbeitslosigkeit für die Region ein Fremdwort. Nachtschwärmer können einen ausgiebigen Bummel, auch durch engste dunkle Gassen unternehmen, geschmückt mit im Souk erworbenem Gold, ohne daß ihnen ein Haar gekrümmt wird. Undenkbar in Deutschland. Wer käme bei hochsommerlichen Temperaturen schon auf die Idee, an Eislaufen zu denken. Doch selbst das ist bei 40°C und mehr kein Thema, denn Dubai verfügt über zwei Eislaufhallen. Überhaupt ist Kurzweil in jeder Beziehung angesagt, und oft reichen zwei Urlaubswochen nicht aus, um alles, was die Stadt bietet, auszuprobieren. So bleibt nur die Alternative:

Wir kommen wieder, irgendwann, wenn es Zeit und Geldbeutel erlauben.

Wer die Emirate besucht, dem sei empfohlen, Ausflüge bereits in Deutschland zu buchen. Er spart dadurch Geld, zumal ein Urlaub am Golf nicht zu den billigsten zählt. Dafür sind die Eindrücke, die der Tourist mit nach Hause nimmt, unbezahlbar. Schon der Flug mit der Emirate-Airlines ist ein einmaliges Erlebnis, was den Service an Bord betrifft.

Gold - wohin das Auge blickt  

Goldmarkt

Nun noch einige Tips in punkto Kultur. Empfehlenswert sind Tagesfahrten, beispielsweise nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der Emirate, Stadtrundfahrten, Wüstensafaris im Jeep und nächtliche Dhaufahrten mit original arabischem Buffet. Die wohl beliebteste Safari ist ein Abendausflug in die Wüste, um den Sonnenuntergang zu erleben. Wer dann noch ein Barbecue unter Sterne genießt, der fühlt sich ganz wie in einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht.

Dubai31.jpg (10340 Byte) Auf eine Wüstensafari sollte der Tourist
keineswegs verzichten

Doch auch die Gartenstadt Al-Ain oder der Zoopark in Nähe des Jumeirah-Beach-Strandes ist sehenswert. Ein Besuch der alten Fahidi-Festung in Nähe des Creeks sollte unbedingt auf dem Urlaubsprogramm stehen, zumal sie heute das städtische Museum beherbergt, das durch seine faszinierende Einrichtung besticht.

Dank der angenehmen Wassertemperaturen ist Dubai außerdem ideal für alle, die verschiedenste Wassersportarten lieben. Es gibt gut ausgestattete Jachthäfen, wo Boote gemietet werden können, um Tiefseefischerei zu betreiben. Und Sonnenanbeter kommen an meilenweiten Sandstränden sowieso auf ihre Kosten. Dubai41.jpg (9575 Byte)

Golfplätze und Anlagen zum Bogenschießen vervollständigen das Angebot an Urlaubsaktivitäten genauso wie Pferdesportveranstaltungen und Kamelrennen, letztere werden allerdings nur im Winter durchgeführt.

Eine ganz besondere Faszination üben die Goldsouks - Souk bedeutet soviel wie Markt - auf Besucher aus. Es gibt kaum einen Touristen, der hier nicht schwach wird und nicht wenigsten ein Stück aus dem unermeßlichen Angebot erwirbt, zumal Gold preislich wesentlich günstiger ist als in Deutschland, und sämtliche Schmuckstück einmalige Unicate sind. Handeln ist bei einem Besuch im Goldmarkt nicht nur erlaubt, sondern vielmehr erwünscht. Dabei sind einige Dirrhams, die arabische Währungseinheit, zu sparen. Ein Dirrham entspricht übrigens 50 deutschen Pfennigen. Der Umtausch von Bargeld (DM) ist die günstigste Variante, ohne weitere Gebühren in den Besitz der Landeswährung zu kommen. Empfehlungen seitens der Kreditinstitute, im Vorfeld der Reise Dollar oder Traveller-Schecks zu erwerben, sollten ignoriert werden. Sie kosten nur zusätzliches Geld.

Nicht weit entfernt von den berühmten Goldsouks in Dubai befinden sich die sogenannten Gewürzgassen, die Ingredienzen aus aller Herren Länder anbieten. Hier ist das, was Speisen den letzten Pfiff gibt, in reicher Auswahl zu haben. Schon die verführerischen Düften lassen die Herzen von Hobbyköchen höher schlagen. Besonders lohnt es sich, Safran zu kaufen, der im Vergleich zu Deutschland äußerst preiswert ist. Doch auch die Markthallen, wo Fisch, Gemüse und Obst in einer faszinierenden Vielfalt angeboten werden, sind einen Besuch wert. Hier ist arabische Marktatmosphäre pur angesagt. Selbstverständlich dürfen Sie probieren, bevor Sie kaufen. Dubai71.jpg (11349 Byte)

 

Vom Dachgarten eines Hotels
fotografiert, liegt uns
Dubai zu Füßen

Dubai21.jpg (9653 Byte) Vieles ist noch erwähnenswert, so auch die Tatsache, daß das Nachbaremirat von Dubai, Sharjah in diesem Jahr zur Kulturhauptstadt ernannt wurde und daß es in Abu Dhabi ein Frauenarbeitszentrum gibt, wo Frauen sich mit Handarbeiten beschäftigen und miteinander sprechen können. Daß es ein Regierungsprojekt gibt, welches Einheimischen mit geringem Einkommen unentgeltlich Wohnraum zur Verfügung stellt, und daß der Staat sozusagen als Mitgift für die erste Hochzeit eines Paares 70.000 Dirrham berappt. Daß auf Grund der Tatsache, weil Frauen in den Emiraten eine untergeordnete Rolle spielen, die Quote der weiblichen Studenten über 60 Prozent beträgt, und daß die großen Erdölvorkommen, die hauptsächlich in Abu Dhabi konzentriert sind, noch etwa 100 Jahre reichen.
Allein der Platz ist begrenzt. Doch vielleicht ist der Beitrag für Reiselustige Anlaß, irgendwann die faszinierenden Arabischen Emirate selbst einmal zu besuchen.
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