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  Mallorca - "Insel der Deutschen?"

Stand: 25. Oktober 2000

Längst sind in Mallorca die Einheimischen nicht mehr unter sich. Die Insel wird immer mehr zu einer zweiten Heimat für Zehntausende von Europäern. Kein Wunder, schließlich hat Mallorca viel mehr als Strände, Bars und Diskotheken zu bieten. Wer die Insel erobern möchte, der sollte sich vorher etwas mit der Geschichte vertraut machen, einer Geschichte von Invasionen und Eroberungen, die ewig dauerten, bis schließlich im 20. Jahrhundert die friedliche Invasion der Touristen begann. Ursprünglich lag Mallorca unter Wasser und war mit dem spanischen Festland verbunden, und es dauerte etwa 149 Millionen Jahren, bevor die Insel ihre heutige Gestalt annahm. Damals siedelte sich zwar eine spärliche, doch interessante Vegetation mit Kiefern, Olivenbäumen, Mastixsträuchern, kleinen Sonnenrosen und Lavendel an, die jedoch nur wenigen Tieren Lebensraum bot. Allerdings gibt es etwa 2.000 Vogelarten.
Kopie von mallorca1.jpg (5833 Byte) Für die meisten Inselbewohner beginnt allerdings die Geschichte ihrer Heimat erst im 13. Jahrhundert. Der Sohn des Eroberers der Insel gründete das Königreich Mallorca, dessen Bestehen allerdings von kurzer Dauer war. Doch vorerst, von 1276 bis 1344, erlebte Mallorca ein "goldenes Zeitalter". Landwirtschaft, Industrie und Schiffahrt blühten auf, neue Dörfer wurden gegründet, Paläste entstanden und Münzen wurden geprägt.
Doch die Unabhängigkeit Mallorcas währte nicht lange. Im Jahre 1344 eroberten die Katalanen die Insel und verleibten sie Aragón ein. Ende 15. Jahrhunderts vereinten sich Kastilien und Aragón zum spanischen Königreich, dem auch die Balearen angegliedert wurden. Es folgten Jahrhunderte der Unruhe. Die Landbevölkerung revoltierte gegen den reichen Adel, im 16. Jahrhundert kam es zu Aufständen, und Seuchen wüteten unter den Mallorquinern.
Im 17. Jahrhundert brach in Spanien der Erbfolgekrieg aus, in dessen Auseinandersetzungen auch Mallorca verwickelt wurde. Die Streitigkeiten wurden schließlich beigelegt und 1700 bestieg Philipp V. mit Zustimmung der Mallorquiner den spanischen Thron. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machten die Napoleonischen Kriege auch nicht vor der Insel halt. Ein Sangria-Teich
Kopie von mallorca3.jpg (4821 Byte) Katalanische Flüchtlinge strömten nach Mallorca und riefen soziale sowie wirtschaftliche Unruhen hervor. Forderungen nach gesellschaftlichen Reformen wurden laut. Durch verschiedene unglückliche Umstände bedingt, brachen Teile der Wirtschaft zusammen. Das hatte zur Folge, daß viele verarmte Mallorquiner auswanderten. Die ersten 30 Jahre des 19. Jahrhunderts brachten keine großen Veränderungen. Mallorca blieb provinziell, religiös und konservativ.
Unter Franco sah die politische Situation so aus wie auf dem Festland. Erst mit dem Beginn des Tourismus in den sechziger Jahren erwachte Mallorca wie aus einem Tiefschlaf. Der Tod Francos im Jahre 1975 brachte der Insel ihre Autonomie und ihre kulturelle Identität zurück. Heute nun lebte die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung vom Tourismus, und das nicht schlecht. Hotels und Privatquartiere sind vor allem in der Saison ausgebucht. Villen auf den Bergen
Schließlich hat Mallorca mit insgesamt 179 Stränden, den Dünenlandschaften, den kleinen Fjorden mit weißem Sand, der aus in Jahrmillionen zerriebenen Muscheln entstand, vor allem eine Naturvielfalt zu bieten. Der ideale Ort also für diejenigen, die Sonne und Meer lieben. Doch Mallorca hat wesentlich mehr zu bieten. Wer Land und Leute kennenlernen möchte, kann mit verschiedenen Verkehrsmitteln oder auch zu Fuß die Insel erkunden. Moderne Kunst, arabische Bäder, alte Klöster, historische Cafés, die alten Werften, Königsgarten, Palast der Wesire und ein Bummel über den Blumenmarkt, all das findet der Tourist in Palma-Altstadt. Empfehlenswert ist auch eine Rundfahrt, die auf Mallorcas Autostraße Nr. 1, der PM-1, beginnt. Im Programm ist auch ein Abstecher zum beliebten Seebad Camp de Mar, und es ist Gelegenheit zur Besichtigung einer alten Pfarrkirche. Kleine Städtchen mit dem Charme von Fischerdörfern laden zum Verweilen ein. Und selbstverständlich gibt es vielfältige Möglichkeiten, um die deftige mallorquinische Küche kennenzulernen.
Ein Sonnenuntergang im Süden Allerdings ist Essen auf Mallorca eine Sache der ganz persönlichen Gewohnheiten, und Gerichte der internationalen Küche gibt es überall. Es gibt natürlich auch ein Dutzend mallorquinischer Küchenhits, die man unbedingt probieren sollte. Dazu gehören ein Kohleintopf mit Fleischstückchen und dünnen getrockneten Brotscheiben, Gemüse- und Fischsuppen oder die typische Bauernmahlzeit, ein Reiseintopf mit Schweine-, Hühner- oder Kaninchenfleisch und den Saisongemüsen, gewürzt mit Safran.
Auf keiner Speisekarte fehlen auch frische Innereien, möglichst vom Hammel, mit Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Fenchel und Paprikaschoten. Paella, die berühmte Reispfanne aus Valencia und Gazpacho, die kalte andalusische Sommersuppe, gehören inzwischen auch auf die mallorquinische Speisekarte. Übrigens ist hier Essen gleich Kommunikation. Wein ist ebenfalls ein Nahrungsmittel und gehört einfach zum Essen. Es wird wohl kaum einen Touristen geben, der nicht wenigstens ein Souvenir bei seinem Mallorca-Aufenthalt erwirbt. Beliebt sind die sogenannten Mallorcaperlen, die zwar künstlich, doch aus Naturprodukten gefertigt sind. Die Glaskügelchen werden mit natürlicher Perlmutteressenz überzogen. Auf der Insel existieren zahlreiche Brennwerkstätten, in denen allerlei Gebrauchskeramik entsteht, die inzwischen zu preiswerten Souvenirs avancierten. Tradition hat auch die Glasbläserei, hier entstehen vor allem nach antiken Vorbildern bizarre Gebilde. Wer durch die engen Altstadtgassen von Palma streift, kann in kleinen Läden noch kostbare Klöppelarbeiten und Bordürenstickereien entdecken, und mehr als fünfzig Galerien bieten Exponate verschiedener zeitgenössischer Kunstrichtungen an.
Auch die Wochenmärkte bieten allerlei Landestypische an. Wer ein eßbares Mitbringsel sucht, der sollte unbedingt Kapern kaufen, die wohl auf Mallorca am besten gedeihen.

In den letzten Jahren hat sich Mallorca auch immer mehr zu einem Kulturzentrum entwickelt.

Blick auf den Hafen
Kopie von mallorca7.jpg (11117 Byte) Zahlreiche, bunte Volksfeste und vielfältigste Konzerte mit international bekannten Musikern gehören zum Ferienalltag. Ein guter Tip für Touristen ist auch, das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und die Insel zu Fuß zu erkunden, dann erleben sie das "echte" Mallorca, und der Urlaub wird tatsächlich zu einem bleibenden Erlebnis.
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