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SachsenTip
  Portugal - Heimat kühner Seefahrer

Stand: 25. Oktober 2000

Für wettermüde Mittel- und Nordeuropäer ist das "Kalifornien Europas" längst kein Geheimtip mehr, vielmehr erobert sich der 150 Kilometer lange Küstenstreifen, der über 106 feinsandige Strände verfügt, immer mehr Touristen.
Römer und Araber, Mauren und mutige Seefahrer haben hier ihre Spuren hinterlassen. Einst lebte die Algarve von denen, welche die Meere durchfuhren, heute sind die Urlauber eine sehr Einnahmequelle, die sogar die Erlöse des Fischfangs noch übertreffen. Dabei ist Portugal eine ausgesprochene Fischnation. Kaum ein Land hat solch eine Vielfalt an Fischgerichten zu bieten. Reges Strandleben...
Fischereiboote sorgen für Nachschub Köstlich zubereitete Spezialitäten aus den Tiefen des Ozeans und 3400 Sonnenstunden im Jahr, das sind nur zwei Dinge, welche das Land zu bieten hat. Ausflüge ins Landesinnere, entlang der Algarve, und ein Besuch in Lissabon, der Hauptstadt Portugals, sollten sich Touristen auf keinen Fall entgehen lassen. Es lohnt sich, Land und Leute zu entdecken.
Wer eine Fahrt entlang der Historischen Algarve unternimmt, für den wird ein Stück Geschichte lebendig. Bis zum großen Erdbeben im Jahre 1755 war Silves die Hauptstadt der Algarve, und sie war ebenso prächtig wie Lissabon. Daß hier einst glanzvolle Zeiten herrschten, daran erinnern noch die Burganlage und das Museum, in dem noch Fundstücke aus der arabischen Epoche vorhanden sind.
Beeindruckend präsentiert sich das Fort, ein ehemals kompliziertes Verteidigungssystem von Türmen und Bastionen, das durch hohe Mauern verbunden war. Hier befinden sich noch die Überreste vom Palast des letzten arabischen Königs Aben Afan. Speziell für Besucher wurde ein Gruselkeller eingerichtet, in dem es tatsächlich spukt. Auf dem Burggelände wird in Form einer überlebensgroßen Statue des Königs Sancho I. gedacht, der im Jahre 1189 mit Hilfe der Kreuzfahrer Silvas eroberte. Wasserburg
Kathedrale Dicht beim Fort befindet sich eine gotische Kathedrale, welche auf Befehl von Alfonso X. vor sieben Jahrhunderten errichtet wurde. Alfonso war König von Kastilien, er galt als sehr weise und herrschte nach altem Feudalrecht auch über die Algarve. Die gotische Kathedrale galt bis ins 16. Jahrhundert als das Zentrum der Diozöse Algarve.
Weiter geht es nach Caldas de Monchique. Hier befinden sich die berühmten protugiesischen Thermalquellen. Die Legende weiß zu berichten: Wer das Wasser trinkt, der wird zehn Jahre jünger. Außerdem gibt es köstliches Brot, das im Steinofen gebacken wird und Schnaps aus den Früchten des Erdbeerbaumes. Auf dem Wege dorthin werden die grünen Berge der Serra de Monchique sichtbar. Reizvoll zwischen der Algarve und dem Alentejo - dieser wird auch die Kornkammer Portugals genannt - gelegen, verfügen sie über üppige Vegetation. An ihren Hängen wachsen Korkeichen, Eßkastanien und Kiefern, auf den Lichtungen blühen Oleander und Rosmarien. Der an der Ostseite des Berges Alto da Fóia gelegene Badeort Caldas de Monchique kann auf eine uralte Geschichte zurückblicken. Das hier aus dem Erdreich entspringende Heilwassser schätzten schon Römer und Araber. Als höchster Punkt der Algarve präsentiert sich in 902 Metern der Gipfel des Fóia. Von hier aus bietet sich dem Touristen - schönes Wetter vorausgesetzt - ein phantastischer Rundblick.
Was wäre die Algarve ohne den berühmten Hafen von Portimao. Früher legten hier nur kleine Fischerboote an, die ihre Netze voll Sardinen hatten. Heute dagegen sind rings um den Hafen zahlreiche Fischfabriken zu finden. Sie bieten vielen Menschen Arbeit und Brot. Seinen guten Ruf als Feriendorf hat Portimao schon in den dreißiger Jahren erlangt. Anziehungspunkt ist bis heute vor allem der 1,5 Kilometer lange Strand Praia da Rocha mit seinen eindrucksvollen Felsblöcken. Eine ausgefallene Geschäftsidee
Denkmal Auch wirtschaftlich ging es ständig bergauf, so daß Portimao heute nach Faro die wirtschaftlich wichtigste Stadt der Algarve ist. Der Hafen zieht Touristen immer wieder magisch an. Wenn die Sardinenboote einlaufen und der Fisch in kleinen Körben entladen wird, was täglich geschieht, so ist das für Landratten schon ein einmaliges Erlebnis. Und direkt an der Straße haben Restaurants Tische aufgestellt. Hier kann man Verweilen und dicke Scheiben hausgebackenen Brotes mit fangfrischen Sardinen essen. Dazu wird ortsüblicher Gemüsesalat und leichter Landwein gereicht. Leider sind in Portimao kaum Zeugen aus früherer Zeit erhalten geblieben. Das große Erdbeben von 1755 zerstörte fast alles, was geschichtlich von Bedeutung war.
Weiter geht es zur südwestlichsten Spitze Europas, in das kleine romantisch verträumte Sagres. Enge Gassen, weiße Häuser und Palmen sind hier überall zu finden. Übrigens wird die Stadt auf Grund ihrer 300 Sonnentage im Jahr auch als die sonnigste Provinz Europas bezeichnet. Mehr als 500 Jahre ist es her, als der Sohn von König Joao I., davon träumte, neue Seewege um die Erde zu finden.
Er schaffte es, die Grundlagen für die portugiesische Seefahrt zu legen. In die Geschichte ging der geistige Vater zahlreicher Expeditionen, die er allerdings nie selbst mit begleitete, als Heinrich, der Seefahrer ein. Und er wird in Portugal als Kultfigur verehrt. In Sagres erinnert übrigens ein Denkmal an den kühnen Entdecker, der vor Ort eine Navigationsschule betrieb. Zur Erinnerung an diese Zeiten wurde eine steinerne Windrose mit einem Durchmessen von 43 Metern in das Felsplateau gemeißelt. Denkmal der Seefahrer
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