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  Urlaub in Ungarn - Siófok am Balaton

Stand: 25. Oktober 2000

Siófok – Das Urlaubsparadies am Plattensee

Immer beliebter bei vielen Deutschen Urlaubern wird das Reiseland Ungarn, speziell der Balaton, zu gut deutsch Plattensee. Man hört meist, "ich fahre nach Ungarn" oder "ich war in Ungarn", und alle reden nur positiv darüber. Der Balaton ist mit einer Wasserfläche von 600 Quadratkilometern der größte See Mitteleuropas. Er ist ca. 78 Kilometer lang, hat eine durchschnittliche Breite von 7,7 Kilometern und eine mittlere Tiefe von nur 3,14 Metern. Scheint die Sonne einige Tage, so erwärmt sich das Wasser rasch auf bis zu 28°C. Dadurch ist der See besonders zum Baden und Angeln, für Wassersport oder einfach nur zum Erholen sehr gut geeignet.

Einst Wasserturm, heute Touristinformation
Moderne finische Holzkirche in Siófok

Das Nordufer ist sehr steinig und fällt steil ab. So wird nach ca. 40 Metern bereits eine Wassertiefe von 3 Metern erreicht. Niedrige Berge vulkanischen Ursprungs sind charakteristisch für die nördliche Gegend. Dadurch wachsen Reben, aus denen dann köstlicher Wein gekeltert wird und scharenweise Ausflügler immer wieder zum Verkosten anlockt, besonders gut. Am Südufer reihen sich die Urlaubersiedlungen und Badestrände eng aneinander. Das Wasser ist hier sehr flach. 200 bis 300 Meter vom Ufer entfernt kann man auf dem weichen Sandboden noch gut stehen. Also auch ideal für Kinder zum Spielen, Herumtollen und vor allem auch zum Schwimmen- lernen.

Für nur wenige Mark kann sich hier jeder ein Tretboot ausleihen, am Ufer entlanggleiten und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Anschließend geht es dann ab ins kühle Naß. Überall in den Urlaubsgebieten, entlang der Straßen und Strände, ist für das leibliche Wohl des Urlaubers bestens gesorgt. Hier findet er Stände mit Eis, Würstchen, Bier und allem, was das deutsche Herz höher schlagen läßt. Außerdem gibt es ungarische Spezialitäten wie beispielsweise Fladenbrot, Salzgebäck, Langosch, Palatschinken und Kokoritza.
Bahnhof und Park mit Kalman-Pavillon
Bei einem Besuch auf einem der zahlreichen Märkte bietet sich die Gelegenheit, so manches günstige Schnäppchen zu erhaschen, welches in Deutschland nicht, oder nur zu einem deutlich höheren Preis erhältlich ist. Preiseinsparungen bis zu 50 Prozent sind dabei mit Handeln durchaus drin. Auch beim Einkauf von Lebensmittel zahlt man für einen Korb voller Eßwaren - im Vergleich zu Deutschland - nur wenige Mark. Typisch: Ein Markt - Zeit zum Handeln

Das Portemonnaie ist immer prall gefüllt, das Geld jedoch relativ wenig wert (im Vergleich zur D-Mark). Ein 1.000-Forint-Schein entspricht umgerechnet nur etwa der Summe von 9 DM. Hier noch einige Preisbeispiele aus dem täglichen Leben: 1 Kg Kartoffeln = 0,70 DM, ein Weißbrot = 0,90 DM, eine Kaltwelle beim Friseur = 5 DM, 2 Liter Mineralwasser = 0,55 DM. Ein Menü inkl. Vorsuppe, Salatteller und Getränke für zwei Personen ist komplett bereits für weniger als 20 DM zu haben.

Auf dem Fahrzeugmarkt liegen allerdings die Preise etwa so hoch wie in Deutschland. Elektrogeräte dagegen sind sogar etwas teurer. Die Preise für Immobilien – hier kann alles "elado" (gekauft) werden, ganz gleich ob Bungalow, Ein- oder Mehrfamilienhaus, Hotel oder Supermarkt – liegen bei etwa 10 Prozent der des Deutschen Marktes. Strom, Grundsteuer, Wasser und Telefon sind allerdings etwas teurer als in Deutschland.

Mit dem Schiff über den Balaton: Anlegestelle Balatonfüred
Eine der 10 schwersten Sprachen der Welt ist Ungarisch. Das stört den Urlauber jedoch nicht, denn überall wird deutsch gesprochen oder zumindest verstanden. Auch in den gutbesuchten Restaurants sind die Speisekarten meist in drei Sprachen gedruckt, in Ungarisch, in Deutsch und auch in Englisch.
Paprika-Haus in Tihany Quartiere erhält man bereits ab 15 DM pro Nacht und Nase, und das überall. Fast an jedem zweiten Grundstück steht "Zimmer frei" oder "Haus frei". In den Dörfern am Balaton gibt es viele Leute, die über das nötige Kleingeld verfügen, doch noch mehr Menschen sind nicht gerade begütert. Häuser und Autos sind dabei Statussymbol, an denen man die finanzielle Situation erkennt. Hier fährt vom 601 bis zum 600 SL einfach alles, was noch einigermaßen fahrbereit ist, wobei der Trabant schon seltener zu finden ist.

Die Polizei ist ständig und überall präsent und sorgt allein durch ihre Anwesenheit für Ordnung und Sicherheit. Jeder Parksünder wird ohne Gnade einfach abgeschleppt. Dies sollte man vielleicht bei uns auch einmal einführen? Auch das Handy gehört in Ungarn zum Alltagsleben, noch ausgeprägter als in Deutschland. Selbst der Strandbesucher muß sein Telefon noch dabei haben, um Eindruck zu schinden ...

 

Eine Tagestour in die Puszta

Zwei Busstunden bzw. ca. 120 Kilometer von Siófok entfernt liegt in der Tiefebene Ungarns die Puszta. Solch eine Reise sollte unbedingt in einem hiesigen Reisebüro für etwa. 55 DM gebucht werden. Während einer solchen Fahrt erhält der Ausflügler von einer erfahrenen Reisebegleitung alle wichtigen Informationen über das Leben auf den Dörfern und Städten, über Sitten und Gebräuche, Wissenswertes über die Menschen und über die Natur...

Der Durchschnittslohn eines Arbeiters liegt umgerechnet bei 300-400 DM. Rentner erhalten analog dazu 200 DM zum Leben beziehungsweise zum Überleben. Gute Geschäfte machen die Einwohner in den Urlaubsorten mit den deutschen Touristen, indem sie ihre angebauten Produkte wie z.B. Äpfel, Paprika, Tomaten, Pfirsiche, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch usw. an sie verkaufen. Gehandelt wird mit allem, was sich irgendwie absetzen läßt. Live dabei beim Langosbacken

Außerdem bietet jeder zweite Einheimische sein Haus oder zumindest einige Zimmer dem suchenden Urlauber als Unterkunft an. Die Häuser sind zur Straßenseite auffällig schmal gebaut, mit meist nur einem Fenster. Der Grund liegt darin, daß früher für jedes Fenster, welches zur Straßenseite lag, Steuern gezahlt werden mußten. Später wurden einfach nach hinten noch einige Zimmer angebaut werden. Viele Bauten gleichen deshalb langen Hallen. Aber auch sehr moderne, dem deutschen Luxus entsprechende Häuser und Villen findet man sehr oft. Jedoch etwas weiter von den Urlaubszentren entfernt macht sich verstärkt Armut breit. Zu jedem ungarischen Haus gehört auch mindestens ein Hund, klein, groß oder mittel, lieb oder bissig...

Hier gibt es noch zahlreiche Störche, die auch zu den geschützten Arten zählen, und überall ihre Nester bauen. Außerdem gibt es bedeutend mehr Kleinkinder als bei uns. Ob dies etwa an die vielen Störchen liegt?

Pferdevorführungen... Die Puszta präsentiert sich als ödes, flaches Land, wo selten ein Haus zu finden ist, umgeben von zahlreichen Feldern, entlang der endlos scheinenden Straßen. Als Begrüßung gibt es immer einen Schnaps, der es ganz schön in sich hat. Anschließend wird gezeigt, wie Fladenbrot hergestellt wird, welches danach verkostet wird. In den bereitstehenden Pferdekutschen geht es nun zügig zu einer Reitershow.

Dort zeigen die Bauernsöhne auf dem Pferderücken ihr Können: Stehend im Galopp, dazu Peitschengeknall, Getrampel von Pferden, Stieren und Eseln, all das beobachtet man aus sicherer Entfernung von der Tribüne. Anschließend folgt die Besichtigung der Ställe, wo bis zu 60 Tiere untergebracht sind.

Danach geht es mit den Kutschen über die schmalen Feldwege, über Stock und Stein, durch Sträucher und Löcher zu einem alten, aber sehr gut renovierten Bauernhaus. Hier kann alles im Originalstil von vor 100 Jahren besichtigt werden. Da gibt es den Schuppen mit altem Werkzeug. Schweine, Enten und Ziegen tummeln sich. Der Weinkeller lädt ein zur Verkostung von Rot- oder Weißwein, dazu gibt es hausgemachtes Salzgebäck. Anschließend folgt ein ausgiebiges Mittagessen mit Musik, Tanz und abwechslungsreicher Unterhaltung. Tanz & Musik
Völlig satt und erschöpft begibt sich jeder auf die Heimreise, während der es einen kurzen Zwischenstop gibt. Dabei hat der Tourist die Möglichkeit, echt ungarischen Paprika sowie anderes Obst & Gemüse zu kaufen. An solch einer Fahrt merkt man, das eine ordentliche Organisation dahintersteht. Lange Wartezeiten sind out, überall wird alles freundlich erklärt. Es gibt Speisen und Getränke soviel man zu sich nehmen kann.
 

Die Bauernhochzeit

Wie schon die Fahrt in die Puszta kann man auch einen Ausflug zur Bauernhochzeit buchen. Dabei wird man pünktlich vom Treffpunkt mit einem Bus abgeholt. Nach ca. einer Stunde Fahrt waren wir am anderen Ende des Balatons, in Csillagvár.

Die Hochzeitsgesellschaft Hier wurden wir wieder mit einem Begrüßungstrunk und etwas Gepäck empfangen.  Anschließend fuhr das Brautpaar festlich gekleidet mit der Hochzeitskutsche vor. Das ganze Spektakel vollzog sich vor ca. 200 Gästen, die überwiegend aus Deutschland waren. Nun war man live dabei, bei einer echt ungarischen Bauernhochzeit.
Es wurde gesungen, getanzt und gegessen, ja selbst die Zuschauer bezog man mit in die Feierlichkeiten ein. Es war einfach alles super organisiert und perfekt aufeinander abgestimmt. Man ist hier mit voller Begeisterung dabei... verschiedene Tänze
Der Nachwuchs... Serviert wurde ein typisches Fünf-Gänge-Menü mit Vorsuppe, Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise und als Dessert einen zuvor gefertigten noch warmen Apfelstrudel. Als Getränke waren Limonade, Mineralwasser sowie Weiß- und Rotwein in Hülle und Fülle vorhanden. Wurde eine Flasche gelehrt, stand kurz darauf eine neue auf dem Tisch.
Es wurde verschiedene ungarische Tänze und volkstümliche Bräuche vorgeführt, begleitet von Zigeunermusik. Zur Abwechslung wurde das Publikum in verschiedene Hochzeitspiele mit einbezogen, dies war eine willkommene Abwechslung. Dies zog sich über mehrere Stunden hin. Begonnen wurde ca. 19.00 Uhr und erst nach Mitternacht traten dann alle die Heimreise von diesem unvergeßliche Spektakel an. Ein Apfelstrudel entsteht in Sekunden...

 

Außerdem hat der Tourist die Möglichkeit verschiedene Fahrten, z.B. nach Budapest, nach Hevis ins Thermalbad, eine Schiffahrt nach Tihany und vieles andere mehr zu unternehmen. Aber auch derjenige, der nur einen Erholungs- oder Badeurlaub liebt, findet am Balaton seine Ruhe. Eins steht für viele Urlauber fest, zu einem günstigeren Preis kann man fast nirgends Urlaub machen außer auf Balkonien und somit heißt es: Ungarn – wir kommen wieder.

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